Haltung exotischer Tiere im Circus Voyage

30.7.2016. Der Circus Voyage ist eines der letzten Circusunternehmen in Deutschland, das sich der großen Herausforderung der Haltung spezieller exotischer Tiere in einem reisenden Betrieb stellt. Vier afrikanische Elefanten, zwei Giraffen und ein Flusspferd zählen unter anderem zum Tierbestand des Circus Voyage.

Mit viel Aufwand und Nähe zu den einzelnen Tieren, gelingt es dem Circus Voyage diesen exotischen Tieren ein angenehmes und abwechslungsreiches Leben zu bieten.

Durch die enorme Zuneigung des verantwortlichen Direktors Alois Spindler zu den Tieren sind alle exotischen Tiere im Circus Voyage besonders zutraulich und für jeden Besucher enorm nahbar. Somit schafft es der Circus Voyage, dass die Besucher die Tiere hautnah erleben können und dadurch für diese beeindruckenden Tiere sensibilisiert werden.

voyage elefantenDie vierköpfige Elefantenherde, besteht aus den afrikanischen Kühen Malou, Mogli, Schupeck und Saby. Die Tiere haben ein Alter zwischen 30 und 40 Jahren und leben in einem sehr gut funktionierenden Sozialverband im Circus Voyage. Entsprechend ist es dem Team des Circus Voyage möglich, die vierköpfige Herde stets gemeinsam unterzubringen und vollkommen auf eine – auch nur zweitweise gestaltete – Trennung der Tiere oder Haltung der Tiere an Ketten zu verzichten.

Eine spezielle und einzigartige, fest verankerte insgesamt 20-Tonnen schwere Gehegekonstruktion aus Eisen, gewährleistet rund um die Uhr die Sicherheit der Bevölkerung vor den sich in ihrem Gehege frei bewegenden Elefanten. Die spezielle Konstruktion ermöglicht den Tieren eine große Freifläche im Stallzelt sowie ein sehr großes Paddock.

Je nach Platzbeschaffenheit können Paddock und Freifläche im Stallzelt miteinander verbunden werden, so dass die Tiere tagsüber selbst wählen können, ob sie im Stallzelt verbleiben möchten oder das Auslaufgehege nutzen. Sollte ein Verbund beider Gehege nicht möglich sein, wird den Tieren täglich für mehrere Stunden der Aufenthalt im Außengehege ermöglicht.

Bei geeigneten Standorten können die Elefanten zudem, begleitet durch Tierlehrer und Direktor Alois Spindler, frei auf großen Wiesenflächen oder an Bäumen verweilen. Zudem werden den Elefanten stets wechselnde Spielgegenstände, Äste, Scheuermöglichkeiten und Suhle angeboten. Ein mit Wasser gefüllter Spezialcontainer bietet den Tieren außerdem eine Bademöglichkeit an.

Des Weiteren werden die Elefanten regelmäßig abgespritzt und gebürstet. Bei der Fütterung achtet man auf abwechslungsreiche Nahrung, die unter anderem aus Heu, Gras, Hafer, Kleie, Obst und Gemüse besteht. Um zusätzlich, zu den Beschäftigungen, im Rahmen der Vorführung die geistige Forderung der Tiere anzuregen, wird das Futter auch abwechselnd an verschiedenen Orten im Gehege (auch an höher liegenden Stellen) ausgelegt.

Im Stallzelt, in dem die Elefanten in Nachbarschaft zu anderen afrikanischen Tieren leben, sorgt bei kalter Witterung eine leistungsstarke Ölheizung für angenehme Temperaturen. Der Transport der Elefanten zwischen den einzelnen Standorten erfolgt in einem speziellen Fahrzeug, welches den Tieren auch während der Fahrt das Ablegen zulässt und den Tieren zudem ausreichend Futter, Wasser und Bewegungsfreiraum ermöglicht.

Der Standortwechsel wird stets so gestaltet, dass maximal zweieinhalb Stunden Fahrt zwischen den einzelnen Standorten liegen. Die Tiere werden erst kurz vor der Abfahrt in die ihnen bekannten Fahrzeuge gebracht und können je nach Platzbegebenheiten entweder bereits direkt oder spätestens eine halbe Stunde nach der Ankunft am neuen Gastspielort das Fahrzeug wieder verlassen.

Voyage GiraffenZu den Nachbarn im beheizten Stallzelt der afrikanischen Elefantenherde gehört unter anderem das Giraffen-Paar Schakira (13) und Sabu (8). Beide Tiere sind bereits seit Generationen in menschlicher Obhut aufgewachsen und beim Circus Voyage in ihrem Gehege mit den drei Zebras des Circus vergesellschaftet. Innen- und Außengehege sind stets miteinander verbunden und ermöglichen den afrikanischen Langhälsen permanent, außer bei kalter Witterung, die Wahl zwischen Außen- und Innenbereich.

Der Boden des großen langgestreckten Geheges wird stets mit Quarzsand versehen, um den Hufabrieb zu gewährleisten. Zudem stehen den Giraffen immer Sandliegeflächen, Scheuerbäume, hochliegende Futterraufen und mineralhaltige Lecksteine zur Verfügung.

Für den Transport zwischen den einzelnen Standorten hat der Circus Voyage einen speziellen Wagen anfertigen lassen, der sich hydraulisch auf bis zu 6 Meter Höhe ausfahren lässt. Entsprechend können die Tiere, außer beim Durchfahren einer Brücke, selbst bestimmen, ob sie im Stand oder im Liegen die Zeit im Wagen verbringen möchten. Auch die Verweildauer der Giraffen im Wagen wird, wie bei den Elefanten und allen anderen Tieren, stets auf ein Minimum beschränkt.

voyage flusspferdEin weiterer Bewohner des Exoten-Stalles ist Flusspferdbulle Jedi. Er ist bereits in einem stolzen Alter von über 40 Jahren und lebt in enger Nachbarschaft zu den Elefanten. Da Bullen auch in freier Wildbahn häufig einzeln angetroffen werden, stellt die Einzelhaltung von Jedi kein Problem dar. Auch dem Flusspferd des Circus Voyage steht ein großer Gehegebereich zur Verfügung.

Ein großer Innenbereich mit Wasserbecken sowie ein Außenbereich für Jedi: Das Einzigartige in der Flusspferdhaltung beim Circus Voyage ist das 2016 angeschaffte hydraulisch ausfahrbare Wasserbecken mit einer Größe von 8 auf 7,50 Metern und einer Tiefe von bis zu 2 Metern. Problemlos kann Jedi dieses Becken stets über eine Rampe betreten.

Rund um die Uhr sorgen insgesamt fünf Personen beim Circus Voyage für saubere und trockene Böden in den Tierstallungen.

Alle Spezialtransporter wurden so gebaut, dass keine Verletzungsgefahr für ein Tier während des Transportes besteht. Zur Gewährleistung der stets besten tiermedizinischen Versorgung steht der Circus Voyage im engen Kontakt mit Spezialisten für die jeweiligen Tierarten in ganz Deutschland. Daher kann, unabhängig vom Standort, jederzeit ein Tiermediziner herbeigerufen werden, der sich auch mit den exotischen Tieren auskennt.

Im Bereich der Manegenarbeit hat man sich beim Circus Voyage vorwiegend auf die Präsentation der Tiere beschränkt. Die Tiere im Circus Voyage müssen keine Kunststücke oder dergleichen in der Manege zeigen. Man begrenzt sich vollkommen auf die Präsentation natürlicher Bewegungsabläufe der einzelnen Tierarten und möchte dem Publikum die Schönheit und Imposanteste der einzelnen Tiere nahebringen. So strecken zum Beispiel die Giraffen neugierig ihren Kopf über die Besucher und sammelt mit ihrer einzigartigen langen blau-grauen Zunge das an das Publikum verteilte Futter ein.

Flusspferd Jedi wird vor den Augen des Publikums gefüttert, damit die beeindruckende Mundhöhle und das imposante Zahngerüst des Flusspferdes für jeden zu sehen ist.

Durch den Besuch anderer Haltungseinrichtungen und durch das Beobachten seiner Tiere passt Alois Spindler immer wieder die Tiergehege an neue Erkenntnisse an und sorgt für ein abwechslungsreiches und vielfältiges Leben seiner tierischen Mitbewohner, die ein Leben vollkommen frei von Gefahren beim Circus Voyage genießen können. Wichtig dabei ist ihm allzeit eine enge Mensch-Tier-Begegnung zu ermöglichen.

Haltung und physischer sowie psychischer Gesundheitszustand werden permanent von kompetenten Amtsveterinären an den jeweiligen Standorten geprüft. Die Kritik auf ethischer Basis an der Haltung der Exoten im Circus ist aus Sicht der Circusbetreiber vollkommen ungerechtfertigt.

Solange den Artgenossen in freier Wildbahn der Lebensraum genommen wird oder diese aus Profitgier sowie Angst durch Menschenhand wahllos getötet werden kann die freie Wildbahn wohl kaum als besserer Ort für die Tiere angesehen werden.

Auch ist es paradox gegen die Haltung von Tieren im Circus zu sprechen, während Unmengen an Haustieren, die alle auch wildlebende Artgenossen haben, ohne Kontrollen gehalten werden und eine hohe Anzahl an Tieren rein zur Genussbefriedigung des Menschen gezüchtet und nach kurzer Zeit wieder geschlachtet werden.

Im Circus werden die Tiere unter strengsten behördlichen Kontrollen gehalten, gepflegt, gefordert und vor Gefahren geschützt.

Text: Sascha Grodotzki

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