Wildtiere im Zirkus?

Wildtiere im Zirkus – eine Diskussion, die eine Nation spaltet?

9.4.2016. An fast jedem Gastspielort sehen sich Zirkusse mit der Diskussion konfrontiert, ob die Haltung von Wildtieren noch zeitgemäß sei. Mit teils radikalen Aktionen versuchen sich Tierschützer Verhör zu verschaffen. Was steckt dahinter? Wir fragen nach.

ZV: Laura, Du beschäftigst Dich schon seit geraumer Zeit mit der Thematik Wildtiere und Zirkusse. Ist die Haltung noch zeitgemäß oder bedarf es einer Sinnesänderung?

Laura: Der Sinneswandel hat schon vor Jahren eingesetzt – das Thema ist im Grunde schon längst durch. Der ein oder andere Politiker hat es sicher nicht mitbekommen und versucht sich hier zum Horst zu machen. Aber alles schon beschlossen. Daran ändern auch Bundesratsempfehlungen nichts mehr.

ZV: Wie meinst Du das?

Laura: Die Nachzucht oder der Kauf von Wildtieren, wie Elefanten, Tigern usw., ist Zirkussen seit Jahren per Gesetz verboten. Die jetzt noch auftretenden Wildtiere sind nur noch zu sehen, weil der Gesetzgeber berücksichtigt hat, dass es den Tieren nicht zuzumuten ist, ihre angestammte Umgebung zu verlassen. Tiere die jetzt sterben, werden nicht ersetzt. Ganz einfach.

ZV: Aber was sollen dann die Demonstrationen vor den Zirkuszelten, die man so oft sieht?

Laura: Da geht’s um Geld – viel Geld. Mit Emotionen versucht man, leider erfolgreich, den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Demonstranten vor Ort wissen meist nicht, was im Hintergrund läuft. Ich zolle den Menschen Respekt dafür, dass sie für ihre Ideale eintreten, ihre Freizeit dafür opfern – aber wenn sie wüssten, was tatsächlich dort läuft…

ZV: Was, läuft?

Laura: Nun, das bisher Einkommens-Topmodell ist eigentlich das vegane Leben. Skizziert durch Tierverbote im Zirkus, Abschaffung zoologischer Gärten, Verbot jeglicher Tierhaltung – insbesondere der privaten, darüber sollte man sich auch Gedanken machen – es lässt sich auf dem Weg dorthin richtig viel Geld verdienen. Wusstest Du, dass die größte Organisation hinter diesen Demos über 80 Prozent ihrer ihr anvertrauten „geretteten“ Tiere nach erfolgreicher Vermarktung tötet? Angeblich wegen Geldmangel… Denk Dir was…
Peverse Welt!

ZV: Stichwort Mexiko, ist das das Ziel?

Laura: Meinst Du einer der Demonstranten wurde aufgeklärt, was es bedeutet, wenn auch nur eines, der auf den Plakaten dargestellten Ziele erreicht würde? Sicher nicht, 4.000 Tiere auf einem Schlag getötet – im Namen des Tierschutzes – die Bilder haben sie sicher nicht gesehen. Wäre nicht gut fürs Geschäft. Aber noch einmal: Für etwas einzustehen, an das man glaubt, verdient Respekt. Aber hinterfragen, eigenverantwortlich sich zu informieren – das ist die Krönung.

ZV: Aber wenn, wie man in letzter Zeit oft liest, ein Tierlehrer wegen zu langer Standzeiten zu einer Geldstrafe verurteilt wird, dann liegt doch was im Argen?

Laura: Der Fall ist auch mir bekannt. Wird auch medienwirksam ausgeschlachtet, aber: Kennst Du die Vertragsstrafe, die von der betreffenden Stadt vorgeben wurde, hätte der Tierlehrer die Tiere um diese Uhrzeit aus dem Wagen herausgelassen? Wahnsinn.

Warum die Anzeigeerstatter(-innen) übrigens nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, ist mir auch ein Rätsel: Stundenlang die Tiere beim „Leiden“ zu beobachten und nicht unmittelbar die Behörden zu informieren.

Die betroffenen Tiere verbringen übrigens die Nacht fast immer im Wagen, obwohl ihnen das Gehege offen steht – soviel dazu.

ZV: Vielen Dank.

Laura: Gerne, aber einen Appell möchte ich noch los werden. Bitte liebe Kritiker: Fast jeder Zirkus bietet Euch die Möglichkeit auch mal hinter die Kulissen zu schauen. Nutzt diese doch einfach, macht Euch selbst ein Bild, fragt, bohrt mit euren Fragen nach und bildet Euch dann Eure Meinung. Fragt woher die Tiere stammen, was mit ihnen gemacht wird, was mit ihnen passieren würde, würde man sie von jetzt auf gleich verbieten.

Aus dem Bauch heraus zu handeln ist oft genau richtig, bei einigen Themen braucht’s ein wenig mehr…

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